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Wo Sie nicht ankern dürfen: Art. 53, Strände und Ankerplatztypen

HR-ANCH-DE-M1 · Die Regeln · HR-ANCH-DE-M1-A Welche Ankerverbote national gelten, welche Ankerplatztypen es gibt und wie Landleinen und Schwojkreis rechtlich zu lesen sind.

Fünf nationale Ankerverbote, vier Ankerplatztypen und eine Gebührenregel: **Naturankerplätze sind kostenlos, Bojenfelder nicht.**

Rechtsgrundlage Pravilnik o sigurnosti pomorske plovidbe NN 52/25, Art. 45 und 53 (in Kraft seit 29.03.2025, geändert durch NN 40/26); Zakon o pomorskom dobru i morskim lukama NN 83/23, Art. 144–145.

Für wen dieser Kurs gedacht ist

Die meisten deutschsprachigen Skipper in Kroatien sitzen auf einem gecharterten Boot unter kroatischer Flagge. Die MMPI-Statistik zählt von Januar bis August 2026 auf kroatischen brodice (Boote bis 15 m) 39.023 österreichische, 38.013 deutsche und 4.828 Schweizer Chartergäste. Von 53.408 Bootscharters entfielen 44.099 auf Boote von 10–12 m – das ist das Referenzboot dieses Kurses. Wer mit eigenem Boot kommt, ankert nach denselben Regeln: NN 52/25 gilt in den inneren Gewässern und im Küstenmeer für alle Fahrzeuge. Welchen Schein Sie brauchen, steht im Kurs Bareboat-Charter in Kroatien: Anerkennung, Funk, Crew und Check-in.

Die fünf Ankerverbote (Art. 53 Abs. 9)

Nr. Ankern verboten … Praktische Folge
1 wo Seekarte oder amtliche Publikation ein Verbot zeigen Seekarte und Hafenhandbuch prüfen, nicht nur den Plotter
2 wo die Hafenbehörde (lučka kapetanija) es verboten oder beschränkt hat Verbote werden in Karten, Publikationen und auf der Ministeriumsseite veröffentlicht (Abs. 3–4)
3 so nahe an Unterwasserkabeln, Leitungen oder Auslässen, dass der Schwojkreis je darüber liegt Kabelzeichen an Land beachten
4 so, dass der Schwojkreis näher als 50 m an die Begrenzung eines abgegrenzten Badestrands (uređeno kupalište) kommt gilt für den ganzen Kreis, nicht nur für den Anker
5 näher als 150 m am Ufer eines Naturstrands (prirodno kupalište) Naturstrand = im Raumplan der Gemeinde als solcher ausgewiesen

Der Schwojkreis (lazni prostor) ist rechtlich definiert: Radius = waagerechte Projektion der ausgesteckten Kette plus Bootslänge (Art. 45 Nr. 2). Wie Sie ihn rechnen, zeigt Lektion 1.2.

VORSICHT — Den Naturstrand sehen Sie nicht in der Karte Ob ein Kiesstrand im Raumplan als prirodno kupalište steht, verrät Ihnen weder Plotter noch Seekarte. Behandeln Sie jeden erkennbar genutzten Badestrand ohne Bojenkette als Naturstrand und bleiben Sie 150 m weg.

Zusätzlich verbietet Art. 53 Abs. 10 das Festmachen am Ufer innerhalb von abgegrenzten und Naturstränden sowie dort, wo Kabel oder Leitungen an Land kommen. Und Art. 53 Abs. 5 verlangt allgemein, so zu ankern, dass weder Menschen noch Umwelt oder andere Boote gefährdet werden.

Die vier Ankerplatztypen (Art. 45)

Kroatischer Begriff Was es ist Kosten
lučko sidrište Hafenankerplatz, in Karten und Publikationen eingetragen Hafentarif möglich
nautičko sidrište mit Ankervorrichtungen (Bojen) ausgerüstet, wirtschaftlich über eine Konzession betrieben Preisliste des Betreibers
zaštićeno prirodno sidrište geschützter Naturankerplatz, unverbaut, in Karten eingetragen frei
nezaštićeno prirodno sidrište ungeschützt, nicht eingetragen, nur bei ruhigem Wetter frei

Wer darf kassieren?

Das Gesetz über das pomorsko dobro (öffentliches Meeresgut) ist deutlich: Ein Naturankerplatz steht im Gemeingebrauch, dort darf für das Ankern nichts verlangt werden (NN 83/23 Art. 144 Abs. 2). Ein Bojenfeld ist dagegen ein nautičko sidrište mit Konzession: Der Betreiber haftet für Sicherheit und Ordnung, muss Ihren Müll annehmen und darf Gebühren nach seiner Preisliste verlangen (Art. 145). Eine landesweite Obergrenze für diese Preise haben wir nicht gefunden.

TIPP — Quittung verlangen Wer in einer offenen Bucht ohne Bojen „Ankergebühr" kassieren will, sollte erklären können, auf welcher Konzession das beruht. Parks sind ein eigener Fall: Dort zahlen Sie ein Parkticket, kein Ankergeld (Modul 2).

Unabhängiges Lernangebot. xplor steht in keiner Verbindung zum kroatischen Ministerium für Meer, Verkehr und Infrastruktur (MMPI), zu einer Hafenbehörde (lučka kapetanija), zum Kroatischen Schiffsregister oder zu einem National- oder Naturpark, ist keine zugelassene Seefahrtsschule oder Ausbildungsstätte und erteilt keine Befähigungszeugnisse, Titel, Bescheinigungen oder Genehmigungen. Maßgeblich vor Ort sind die aktuellen Seekarten, die Verbote der Hafenbehörde und die jeweils gültigen Regeln und Preislisten der Parks, nicht dieser Kurs. KI-erstellter Inhalt, fachliche Prüfung ausstehend.